Bildung & Kita

Schulsanierung, KITA-Plätze, Digitalisierung… Baustellen ohne Ende!

Fehlende KITA-Plätze: Ein komplexes Problem!

Für viele Eltern ist es der Horror: Egal, wie früh und intensiv man sich bemüht… es findet sich einfach kein KITA-Platz (Zahlen gibt es hier). Leider reicht es an dieser Stelle nicht, einfach zu fordern, dass die Stadt mehr Erzieher*innen einstellen und KITAs bauen soll. Denn die Probleme liegen tiefer: Es wurde jahrelang zu wenig ausgebildet, was mittlerweile durch eine viel stärkere Förderung der sogenannten PiA-Ausbildung ein Stück weit behoben wurde – wofür wir uns natürlich stark gemacht haben. Es gibt zudem wenige Grundstücke, wo KITAs schnell errichtet werden könnte – weshalb diese bei Neubauvorhaben immer mitgeplant werden sollten! Und zu guter Letzt ist Stuttgart aufgrund des hohen Preisniveaus für Erzieher*innen schlicht nicht attraktiv… hier sieht man eindrücklich, wie stark das Versagen in der  Wohnraum- und Nahverkehrspolitik Einfluss auf andere Politikfelder hat! Immerhin lässt es sich als Erfolg verbuchen, dass wir die anderen Fraktionen davon überzeugen konnten, die Tarifzulage „Tarif plus“ für Erzieher*innen nicht wie ursprünglich geplant ab dem Jahr 2017 abzuschmelzen, sondern in voller Höhe beizubehalten. Dass dennoch auf absehbare Zeit zahlreiche Eltern keinen passenden KITA-Platz finden werden, ist ein Stück weit das Ergebnis völlig verfehlter Personalpolitik. Deshalb muss der TarifPlus unbedingt beibehalten werden. Förderlich wären zudem kommunale Wohnungen, die man Erzieher*innen anbieten könnte.

Kostenlose KITA – eine gute Idee?

Die CDU hat es im letzten Landtagswahlkampf gefordert (übrigens genauso wie das neunjährige Gymnasium; beides wurde nach der Wahl natürlich verworfen); die SPD fordert es auf Landesebene momentan (hat es in 5 Jahren Regierungsbeteiligung aber nicht gewollt…): Die kostenfreie KITA. Klar ist: Würde die Stadt Stuttgart dies in Eigenregie einführen, wäre es mit hohen Kosten verbunden – aber durchaus finanzierbar. Da es sich bei KITAs heute eindeutig um Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten handelt, ist nur bedingt nachvollziehbar, weshalb die KITA kostenpflichtig ist. Andererseits: Während zahlreiche Eltern gar keinen KITA-Platz finden, erscheint die kostenfreie KITA nicht als das wichtigste Projekt. Deshalb: Das Ziel ist gut und sollte vor allem durch Mittel vom Land Baden-Württemberg erfüllt werden, die höchste Priorität liegt momentan aber beim Ausbau der Plätze.

Schulsanierung – es dauert und dauert…

Nicht besser sieht es in den Schulen aus: Fast wöchentlich kommen Klagen von Eltern, Schülern, Rektor*innen und Lehrkräften, die sich über den Sanierungsstau oder die mangelnde Digitalisierung beklagen. Verrückt: Das alles scheitert nicht am Geld, sondern am fehlenden Personal in den Ämtern. Auf diesen Umstand haben wir seit Anbeginn der aktuellen Wahlperiode hingewiesen, doch erst jetzt werden vermehrt Stellen in den Ämtern geschaffen… auch hier wird es also noch Jahre dauern, bis sich die Situation spürbar verbessert. Das Problem: Zieht man eine Schule auf der Prioritätenliste nach vorne, rutscht eine andere Schule nach hinten, die die Sanierung sicherlich genauso dringend braucht. Deshalb hilft nur: Noch mehr Personal in den Ämtern aufbauen und dann sanieren, was das Zeug hält!

Digitalisierung – gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Die Digitalisierung der Schulen ist üblicherweise an deren Sanierung geknüpft: Wird eine Wand eh aufgerissen, ergibt es Sinn, die Schule nun auch gleich zu verkabeln. Dass die Sanierungen allerdings nur schleppend vorangehen, führt dazu, dass es in manchen Schulen nur noch Smartboards mit Beamern gibt, während sich andere noch komplett in der Kreidezeit befinden. Auch hier scheitert die Digitalisierung nicht am Geld, sondern am Personal in den Ämtern. Es bleibt also nichts anderes übrig, als auch hier mehr Personal aufzubauen!

Schulsozialarbeit: Heute unverzichtbar

Die Schulen werden heterogener, die Kinder bringen mehr Probleme mit: Schulsozialarbeit ist heut an vielen Schulen Standard und dort unverzichtbar. Doch auch hier fühlen sich noch immer Schulen unterversorgt und der Ausbau könnte schneller gehen. Daher muss es das Ziel sein, dass bis zum Ende der nächsten Periode des Gemeinderats jede Schule über seine Sozialarbeiter*innen-Stelle verfügt!

Auf einen Blick

  • kostenfreie KITA ja, aber mit Mitteln des Landes und nicht so dringlich wie der Ausbau der KITA-Plätze
  • Bausteine für den KITA-Ausbau: PiA-Ausbildung stärken, Tarifzulage für Erzieher*innen beibehalten, Wohnungen und Nahverkehrsangebote für Mangelberufe schaffen!
  • Schulsanierung: Mehr Personal in städtischen Ämtern schaffen und so die Sanierungen beschleunigen
  • Schulsozialarbeit ausbauen und für eine Vollversorgung sorgen!